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Die OzeaneMehr |
Anstieg des MeeresspiegelsWährend der Erdgeschichte änderte sich der Meeresspiegel ständig. In der letzten Eiszeit war der Meeresspiegel weit niedriger, als er heute ist, da sehr viel Wasser gefroren war und auf Land lagerte. Derzeit steigt der Meeresspiegel. Hauptverantwortlich hierfür ist die globale Erwärmung.
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Der Meeresspiegel ändert sich entweder weil sich die Menge Wasser in den Ozeanen ändert oder die Landmassen sich bewegen. Da die Erde lange Zeit benötigt, um sich an Änderungen im Gewicht der Eis- und Wassermassen anzupassen, sind viele Bewegungen des Festlandes heute eine Folge von Prozessen, die sich vor Jahrtausenden abspielten. Änderungen der Wassermenge in den Ozeanen können schneller vor sich gehen. |
Viele Leute meinen, der Meeresspiegelanstieg sei nur durch die Eisschmelze bedingt. Dem ist jedoch nicht so. Der Hauptgrund ist einfach, dass die Dichte von Wasser sinkt, wenn es wärmer wird. Dadurch nimmt das Volumen des Wassers zu, es dehnt sich aus. Wir bezeichnen dies als thermische Ausdehnung. Da die Ozeane eine Art Becken bilden, ist der Anstieg des Meeresspiegels die einzige Möglichkeit für die Weltmeere, auf diese Volumenzunahme zu reagieren. |
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2. Ansteigende Temperaturen führen dazu, dass die Dichte des Wassers sinkt. Dies führt zu einer Vergrößerung des Volumens. Da die Ozeane in einer Art Becken liegen, muss der Meeresspiegel steigen, wenn das Volumen steigt. Das Ergebnis ist eine Überflutung des Landes.
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Eisschmelze an LandSie ist der zweitwichtigste Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels. Das Schmelzen auf dem Meer treibender Eisberge und Eismassen jedoch beeinflusst den Meeresspiegel nicht. Hier gilt das Archimedische Prinzip. Würde die gesamte Eismasse der Antarktis und von Grönland schmelzen, so würde der Meeresspiegel um 64 Meter steigen. Geringe Änderungen im Eisvolumen können also schon einen hohen Einfluss auf den Meeresspiegel haben. Auch die weitaus geringeren Vorkommen an Eis und Gletschern in den restlichen Teilen der Erde enthalten genug Wasser, um den Meeresspiegel um einen halben Meter steigen zu lassen. Das Archimedische Prinzip sagt: "Die Auftriebskraft eines Körpers ist genau so groß wie die Gewichtskraft der vom Körper verdrängten Flüssigkeitsmenge." In anderen Worten: Für den Wasserstand in einem Becken ist es egal, ob das Wasser flüssig vorliegt oder teilweise als Eis auf dem restlichen Wasser schwimmt, da in beiden Fällen von der gleichen Menge Wasser das gleiche Volumen verdrängt wird.
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Wenngleich die großen Eisschilde in Grönland und in der Antarktis riesige Mengen an Wasser enthalten, so haben sie vermutlich bislang kaum zum Meeresspiegelanstieg des letzten Jahrhunderts beigetragen. Trotz der globalen Erwärmung ist es im Sommer in der Antarktis nicht warm genug, um zu bewirken, dass größere Mengen des Eises schmelzen. Die globale Erwärmung trägt im Moment eher zu mehr Schneefall in den Polarregionen bei. Hierdurch bildet sich mehr Eis und dies trägt eher zu einem Sinken des Meeresspiegels bei. Intensive Forschungen wurden an der westantarktischen Eisplatte durchgeführt. Diese enthält für sich schon genügend Wasser, um den Meeresspiegel um 6 m steigen zu lassen. Jüngst sind große Teile des schwimmenden Larsen Eisschelfs abgebrochen. Wir sorgen uns etwas, dass dies die großen Eisplatten der Antarktis weniger stabil machen könnte. Würden sie allmählich ins Meer gleiten, dann könnte der Meeresspiegel allerdings stark ansteigen.
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In Grönland hingegen sind die Sommertemperaturen hoch genug, um Teile der Eiskappen schmelzen zu lassen. Diese Region wird damit wahrscheinlich eher zum Meeresspiegelanstieg beitragen als die Antarktis. Die derzeit verfügbaren Messreihen des Eisflusses der letzten Jahre sind aber zu kurz und ungenau, um Aussagen über einen Trend zu machen. In Grönland beobachten wir Prozesse, bei denen an der Oberfläche geschmolzenes Wasser in Richtung Gletschergrund sickert, teilweise ohne hierbei wieder zu gefrieren. Wir sind nicht in der Lage vorherzusagen, welche Konsequenzen dies für den Meeresspiegelanstieg haben könnte. Spekulationen hierüber wurden auf Grund mangelnder Seriosität aus den Prognosen für den Meeresspiegelanstieg herausgelassen. |
Verändern wir die Menge an Wasser, die wir auf dem Festland speichern, sei es in Reservoiren oder im Grundwasser, so kann dies auch den Meeresspiegel leicht verändern. Wir wissen jedoch nicht wie viel. Computermodelle sagen vorher, dass der Meeresspiegel auch in den nächsten Jahrhunderten weiter ansteigen wird. Die derzeit mit gewisser Zuverlässigkeit möglichen Vorhersagen gehen von einem Anstieg zwischen 22 und 44 cm bis zum Jahr 2100 aus (ohne Berücksichtigung der Eisflussmodelle). Wenngleich die Vorhersagen sehr unterschiedlich sind, so zeigen doch alle Studien, dass die Änderung des Meeresspiegels nicht überall auf der Welt gleich sein wird. |
Was sind die Konsequenzen des steigenden Meeresspiegels?Für jeden Zentimeter, den die Weltmeere steigen, wird etwa 1 m Land an die See zurückgegeben. Die Konsequenzen sind enorm.
About this page:author: Lucinda Spokes - Environmental Sciences, University of East Anglia, Norwich - U.K.
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