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NAO - Die Nordatlantische OszillationDie Klimaänderungen in der nordatlantischen Region sind primär durch drei Faktoren bestimmt, die aber miteinander im Zusammenhang stehen: die tropische Atlantik-Variabilität, die Nordatlantische Oszillation (NAO) und die Atlantische Meridional-Zirkulation (Atlantic Meridional Overturning Circulation = AMOC). Bei der Nordatlantischen Oszillation handelt es sich um eine Schwankung im Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe zwischen dem Island-Tief und dem Azoren-Hoch. Der Name wurde erstmals von Sir Gilbert T. Walker im Jahr 1924 erwähnt.
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Die Geschichte der NAODie Geschichte der NAO reicht einige Zeit zurück. Der Missionar Hans Egede Saabye zeichnete bereits in den Jahren 1770-78 in seinem Tagebuch auf: Wenn der Winter in Dänemark für unser Empfinden streng ausfällt, so ist der Winter in Grönland relativ mild und umgekehrt.
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Die Phase des negativen NAO Index zeigt ein schwaches subtropisches Hoch und ein wenig ausgeprägtes Island-Tief. Der niedrigere Druckunterschied führt zu einer schwächeren Strömung auf einer mehr west-östlichen Zugbahn. Hierdurch wird feuchte Luft in den Mittelmeerraum getragen. Es kommt zu Kaltlufteinbrüchen und Schneefällen in Europa. In Grönland hingegen fallen die Winter-Temperaturen bei weitem milder aus. Winter und Frühling mit einem niedrigen NAO Index waren 1917, 1936, 1963 und 1969 zu beobachten. Durch die wesentlich schwächeren Westwinde kam es in Europa zu strenger Kälte. |
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Die verstärkten oder abgeschwächten Westwinde über dem Nordatlantik haben auch einen großen Einfluss auf die ozeanischen und einige kontinentalen Ökosysteme und schließlich auf die nordatlantischen Fischbestände.
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3. NAO Index: http://www.ldeo.columbia.edu/res/pi/NAO/
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Der NAO Winter-Index ist bestimmt durch eine ungewöhnliche Druckdifferenz zwischen dem polaren Hoch und dem subtropischen Tief während des Winters auf der Nordhalbkugel (Dezember bis März). Über die letzten 100 Jahre wies der NAO- Index starke Schwankungen auf. Von der Jahrhundertwende bis 1930 (mit Ausnahme der Winter von 1916-19) war der NAO Index positiv. Starke Westwinde führten warme Luft nach Mitteleuropa und sorgten für ungewöhnlich hohe Winter-Temperaturen. Von den frühen 40er Jahren bis zum Anfang der 70er Jahre wies der NAO Index einen Trend zu niedrigen Werten auf. Die Winter-Temperaturen waren in dieser Zeit in Europa meist niedriger als im Mittel. Über die letzten 25 Jahre hinweg war jedoch wieder ein starker Anstieg der Index-Werte zu verzeichnen. Seit 1980 blieb der Index in einer stark positiven Phase mit zunehmendem Trend. Die Konsequenz war, dass um die Jahrtausendwende ausgeprägt warme Winter z.T. mit Temperaturrekorden beobachtet wurden. Diese Entwicklung trug über die letzten Jahrzehnte hinweg zu der beobachteten Erwärmung der nördlichen Halbkugel bei.
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About this page:author: Sándor Szalai - Hungarian Meteorological Service |
References:http://www.met.rdg.ac.uk/cag/NAOMarshall, J. et al., 2001: Nort Atlantic climate variability: phenomena, impacts and mechanisms. Int’l Journal of Climatology, 1863-1898 pp.
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