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Klima in StädtenBasis |
Durch sauren Regen gefährdete GebieteDer saure Niederschlag geht vor allem in der Umgebung stark industrialisierter Regionen nieder, in denen die Emissionen von SO2 und Stickoxiden hoch sind. Der Transport mit dem Wind kann jedoch auch dazu führen, dass Gebiete geschädigt werden, die von den Emissionsquellen tausende von Kilometern entfernt sind. |
Diese Seite behandelt vor allem die Entwicklung der vergangen Jahrzehnte in Europa und Nordamerika. Aktuelle Informationen zur Entwicklung in Asien bietet das ACCENT Global Change Magazin: Ausgabe Feb. 2006 -> Saurer Regen in Asien |
Gefährdete GebieteAm meisten gefährdet sind diejenigen Regionen, in denen saures Gestein an der Erdoberfläche liegt (typischerweise Silicatgesteine), in denen der Niederschlag relativ hoch ist und in denen es viele Quellen für Schwefeldioxid und Stickoxide gibt. Der steigende Bedarf an Elektrizität und der Anstieg in der Anzahl der Kraftfahrzeuge führten dazu, dass sich der Eintrag säurebildender Chemikalien in die Atmosphäre insbesondere seit 1950 sehr stark erhöht hat.
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EuropaDem sauren Niederschlag am meisten ausgesetzt sind Nord- und Mitteleuropa. Die Emissionen sind stark auf die industrialisierten Gebiete konzentriert. Hier ist der Niederschlag generell sauer, mit pH-Werten zwischen 4,1 und 5,1. Der Vergleich von Abbildung 1 und 2 zeigt, dass Skandinavien auch betroffen ist, obwohl die Quellen nicht im eigenen Land liegen.
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In Skandinavien sind Säuregehalt und Verschmutzung am ausgeprägtesten in den südlichen Teilen von Schweden. Der Säureeintrag in eine bestimmte Region wird nicht nur durch die atmosphärische Verschmutzung bestimmt, sondern auch durch die Menge an Niederschlag. Am meisten Säure ging daher in den niederschlagsreichen Gebieten des südwestlichen Schwedens nieder.
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NordamerikaAm meisten gefährdet sind die stark verstädterten und industrialisierten Regionen des Nordostens der USA und des Südostens von Kanada. Große SO2 Quellen konzentrieren sich in Ohio, Indiana und Illinois. Die vorherrschenden Winde tragen die Emissionen nach Neu-England und in Teile Kanadas. Die Abbildungen 4 und 5 zeigen die Gebiete mit dem größten Eintrag an sauren Substanzen. In den stark betroffenen Gebieten kommen oft saurer Regen und geringe Pufferkapazitäten der Böden zusammen, letztere insbesondere in den Hochländern östlich des Mississippi.
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Folgen des sauren Regens sind z.B. der Verlust des atlantischen Lachses in Nova Scotia und Maine und der Rückgang der Vielfalt in den Fischbeständen nordwestlich von Pennsylvania. 41% der Seen in der Adironrack-Region des Bundesstaates New York sind entweder chronisch oder zumindest zeitweise sauer. In Kanada führte saurer Regen zu großen Verlusten in den Fisch-Beständen und aquatischen Lebensgemeinschaften in über 30.000 Seen in Ontario und Quebec.
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AsienSaurer Regen wird heutzutage mehr und mehr zum Problem der Schwellenländer, ganz besonders in den Teilen Asiens und der Pazifik-Region, in der ein stark steigender Energiebedarf aus der Verbrennung von schwefelhaltiger Kohle und Öl gedeckt wird. China und Indien gehören seit Mitte der 70er Jahre zu den gefährdeten Regionen, verbunden mit einem Boom in der industriellen Entwicklung. Etwa 34 Millionen Tonnen an SO2 wurden 1990 in Asien emittiert, über 40% der Emissionen Nordamerikas. Der Säureeintrag war besonders hoch in Südost-China, Nordost-Indien, in Thailand und in der Republik Korea, vor allem in den Abluft-Gebieten der großen Industriezentren und Städte. Saurer Regen betrifft, wenn auch in geringerem Maße, viele Regionen der Welt. So wurden negative Effekte z.B. auch in Brasilien und Venezuela beobachtet. |
Kritische Belastungen und Zielwerte
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Kritische Belastungen sind die maximalen Mengen an Verschmutzungen, die ein Ökosystem verkraften kann, ohne geschädigt zu werden. Nicht geschädigt zu werden bedeutet, dass es nicht zu chemischen Veränderungen kommt, die langfristige Störungen im Gleichgewicht in den empfindlichen Teilen des Ökosystems auslösen. Um Werte für kritische Belastungen zu ermitteln, wird ein Ökosystem ausgewählt und eine geeignete Art wird als Indikator (= Anzeiger) ausgesucht. Eine chemische Grenze ist durch die Konzentration definiert, bei der diese Indikator-Spezies abstirbt. In Wäldern sind solche Indikator-Arten Bäume, in Gewässern sind es Fische. Damit kritische Belastungen überhaupt Bedeutung erlangen können, müssen Zielwerte festgelegt werden, bei denen konkret Versuche unternommen werden, den Übersäuerungsprozess zum Stillstand zu bringen. Zielwerte sind definiert als "durch politische Übereinkunft bestimmte Belastungen mit verschmutzenden Substanzen". Auf Grund dieser Definition kann der angestrebte Zielwert sowohl oberhalb als auch unterhalb einer kritischen Belastung liegen.
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Im Jahr 1990 waren rund 93 Millionen Hektar an natürlicher Umwelt in Europa durch Säureeintrag jenseits der kritischen Belastung angegriffen. Um die gewünschten Obergrenzen zu erzielen, ist es notwendig, die verursachenden Verschmutzungen gegenüber dem Wert von 1990 um 80-90% zu reduzieren.
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