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Menschen das Klima? |
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Eine Vereinbarung wurde beschlossen, um Zielwerte für eine Reduktion der Treibhausgase der industrialisierten Staaten zu setzen: das Kyoto-Protokoll. Es verpflichtet dazu, dass die Industriestaaten als Gruppe für die Jahre 2008-2012 ihre Emissionen von sechs Treibhausgasen um etwa 5% im Vergleich zum Stand von 1990 reduzieren. Der Vertrag ist rechtlich bindend. Dies bedeutet, dass Staaten, die das Abkommen unterzeichnen und ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, mit Sanktionen belegt werden - inclusive solcher, die eine noch höhere Reduktion in der Folgeperiode vorsehen. Staaten jedoch, die sich dem Abschluss des Abkommens entziehen, können nicht belangt werden.
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Die im Protokoll festgelegten 5% sind ein Durchschnittswert: Manche Länder müssen stärker reduzieren, andere weniger stark. Die Quoten und Ziele für jedes Land wurden in vielen Verhandlungsrunden ausgearbeitet. Die Abbildung zeigt, welche Unterschiede in den Reduktionsverpflichtungen gegenüber 1990 für die einzelnen Länder bestehen.
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Das Kyoto-Protokoll schließt Vereinbarungen über die folgenden Gase ein:
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Die Vereinbarung erlaubt es, dass die Staaten zum Erreichen ihrer Ziele auch andere Mittel einsetzen, als nur die Reduktion von Emissionen im eigenen Land. Drei sogenannte Flexibilitäts-Mechanismen wurden eingeführt, um die Ziele mit möglichst niedrigen Kosten zu erreichen.
Das Kyoto-Protokoll tritt in Kraft, nachdem es einerseits von mindestens 55 Staaten ratifiziert wurde. Unter diesen Staaten müssen solche vertreten sein, die in Summe mindestens 55% der im Jahr 1990 emittierten CO2 Emissionen repräsentieren. Die Vereinigten Staaten haben erklärt, dass sie das Protokoll nicht ratifizieren werden. Daher konnte es erst nach der Unterzeichnung durch Russland im Jahr 2005 in Kraft treten. Das Kyoto-Protokoll in seiner jetzigen Form wird nur einen minimalen Einfluss auf die Emission von Treibhausgasen in den Jahren 2008 - 2012 haben. Es wurde insbesondere dadurch unterhöhlt, dass die USA, als größter Emittor, ihm die Unterstützung versagt haben. Das Kyoto-Protokoll wird vermutlich nur zu einer geringfügigen Verbesserung der Lage führen, zum Teil auch, weil einige Staaten im Übergang zur modernen Industrialisierung - insbesondere Russland - ihre Emissionen gegenüber 1990 schon auf Grund der wirtschaftlichen Krise stark reduziert haben. Bald jedoch werden Verhandlungen für den Zeitraum nach 2012 beginnen. Sollten Vereinbarungen über striktere Ziele nach 2012 erreicht werden und sollten die USA und die Entwicklungsländer teilnehmen, so kann der Kyoto-Prozess vielleicht effizienter ablaufen. Die Verhandlungen laufen im Moment (2007). Das Kyoto-Protokoll mag ein kleiner Schritt für das Weltklima sein, aber es kann der erste notwendige Schritt auf dem Weg zu einer effizienten internationalen Zusammenarbeit im Klimaschutz werden.
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About this pageAuthor: Camilla Schreiner - CICERO (Center for International Climate and Environmental Research - Oslo) - Norway.
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