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Südliche Oszillation & Geschichte von El NiñoSüdliche OszillationDie Schwankungen in der Oberflächentemperatur des Pazifiks während El Niño und La Niña sind mit noch großräumigeren Schwankungen im Druck zwischen dem Westteil und dem Ostteil des tropischen Pazifik verknüpft. Wir nennen diese Druckschwankung Südliche Oszillation.
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Diese Druckabweichungen stellen sich während La Niña umgekehrt dar. Unterdurchschnittlicher Druck herrscht über Indonesien und dem Westpazifik, überdurchschnittlicher Druck über dem Ostteil des Ozeans. Wir können sagen: Das Phänomen El Niño wird gemessen an der ozeanischen Temperaturschwankung (Abweichung der Meeresoberflächentemperatur vor Peru zum Normalzustand), während die Südliche Oszillation den atmosphärischen Anteil (Luftdruckschwankung) beschreibt. Beide hängen zusammen und werden als Klimafaktor El Niño/Sourthern Osciallation (ENSO) bezeichnet. ENSO hat drei Phasen: warm (El Niño), kalt (La Niña) und neutral, die Periode, in dem keines der beiden Extreme vorliegt.
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Der Index der Südlichen Oszillation SOIDer Southern Oscillation Index (SOI) ist eingeführt worden, um ein Maß für die Stärke dieser südlichen Schwankung zu haben. Während eines El Niño Ereignisses hat er einen stark negativen Wert durch unterdurchschnittlichen Druck über Tahiti und höheren Druck über Darwin. Während La Niña sind die Verhältnisse genau umgekehrt. El Niño Ereignisse treten alle 2-7 Jahre auf.
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3. Der Index der Südlichen Oszillation (SOI): Stark negative rote Werte stehen für ein El Niño Ereignis, stark positive blaue Werte stehen für La Niña Bedingungen. Bitte die Grafik für höhere Auflösung anklicken!
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Historischer Rückblick auf das El Niño PhänomenEl Niño ist kein neues Phänomen, sondern ein natürliches seit Jahrtausenden auftretendes Ereignis. Die chemischen Spuren wärmerer Wasseroberflächentemperatur und höherer Regenfälle als Folge von El Niño findet man in Korallen eingraviert mit einem Alter von mindestens 4000 Jahren. Einige Forscher führen Zeugnisse des Phänomens in Korallen an, die auf eine Aktivität des Zyklusses schon vor mehr als 100.000 Jahren hindeuten.
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Aufzeichnungen über El Niño reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit begannen die Fischer vor der peruanischen Küste festzustellen, dass periodisches Auftreten von warmem Wasser ihre Sardellenfänge vermindern. Aber auch die Bauern in Peru erkannten, dass das warme Wasser die Regenmenge steigerte und Gebiete von Ödland in fruchtbares Ackerland verwandelte. In der Zeit von 1700 bis 1900 versuchten europäische Segler sporadisch das Phänomen zu dokumentieren, bis schließlich das Interesse von Wissenschaftlern erwachte, die Ursachen zu verstehen.
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Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war wenig bekannt über die Bedingungen in El Niño Jahren. Stärkeres Interesse kam in den 60er und 70er Jahren auf, als das Spektrum der Beobachtungsmöglichkeiten z.B. mit Hilfe von Satelliten sich erweiterte. Klimatologen und Ozeanographen stellten fest, dass El Niño wesentlich mehr umfasst als eine lokale Klimaschwankung. Seit dieser Zeit fügte sich das Bild der Hauptelemente von El Niño / Southern Oscillation zusammen.
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Heute werden die El Niño Faktoren auf verschiedenste Weise überwacht: Verankerte Atlas Bojen (rot) messen verschiedene Parameter auch in den tieferen Schichten des Pazifik, außerdem gibt es feste Tidehub-Messstationen (gelb), Satellitenmessungen aus dem All (Temperatur der Meeresoberfläche), driftende Bojen (orange) und Forschungsschiffe (blau). Ein aus diesen Daten gespeistes El Niño Warnsystem hilft der Bevölkerung, sich auf das nächste Ereignis vorzubereiten.
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1982/83 sorgte der bis dato stärkste jemals aufgezeichnete El Niño für weltweite Verwüstungen. Die mit ihm auftretenden Fluten, Trockenperioden und Wald- und Buschbrände töteten weltweit etwa 2000 Menschen. Der geschätzte Schaden liegt bei 13 Milliarden US Dollar.
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Verwandte Seiten: Eine Einführung zu El Niño finden wir unter
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About this page:author: Vera Schlanger - Hungarian Meteorological Service 2003-09-05
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