
KLIMA AKTUELL |
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The day |
Die Dramatisierung des Faktischen ...Der Film macht die Realität bewusst, indem er sie ins Irreale überspitzt. Der Film 'The day after tomorrow' weist nachdrücklich und mitreißend, natürlich auch in der Verdichtung der Konsequenzen drastisch übertreibend, auf ein Problem hin, das Realität ist.
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Unser Wissen, dass die USA oder Europa nicht binnen Wochen oder Monaten in einer eiszeitlichen Katastrophe erstarren werden, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die als realistisch angesehen Gefahren durch den tatsächlich ablaufenden und von uns weiter vorangetriebenen Klimawandel zwar stiller, zeitlich weiter gestreckt und räumlich gleichmäßiger verteilt, aber in ihrer gesamten Dimension kaum weniger erschreckend ablaufen werden. Die persönliche Betroffenheit des einzelnen besteht, egal ob eine gigantische Flutwelle in New York unser Leben zerstört oder Klimaänderungen in unserem Dorfalltag uns die Lebensgrundlage rauben. Artikel: Das Schicksal der Muthialappa-Familie (ESPERE)
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Kein Stoff für Hollywood ... Der Klimawandel, wie er real abläuft, ist kein Stoff für Hollywood. Der Mensch reagiert in seiner Art wahrzunehmen auf spektakuläre Ereignisse, die in einem gewissen Moment eine große Wirkung entfalten (z.B. Tornados, Terror-anschläge). Sie erzeugen Ängste und überzeugen zur Notwendigkeit von Abwehr, so diese möglich ist. Schleichende Änderungen über Jahre bis Jahrzehnte (Erosion, Schmelzen von Gletschern) können ihn im Alltag nicht dauerhaft emotional belasten. Der Mensch reagiert auf einzelne Schuldige (Attentäter des 11. September), die dingfest gemacht, verurteilt und bestraft werden können. In ein verantwortliches Kollektiv eingebunden (wir alle erzeugen Klimawandel) tut er sich schwer, sein Tun als Unrecht zu verstehen. Wir reagieren auch auf einzelne Opfer. Die Folterung eines Menschen erregt mehr Aufsehen als die Summe der Schmerzen vieler Kriegsopfer. |
An dieser zeitlich und räumlich verteilten und gedehnten, nicht auf einzelne Täter und Opfer fixierten Art der Bedrohung scheitert die Verfilmung. Sie muss Klimawandel zum Großereignis umfunktionieren. An dieser Art der Bedrohung scheitert auch die Politik und der einzelne. Für Klimawandel müssen wir anders denken lernen - im Weltmaßstab und für die nächsten Generationen.
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